Die letzte Lesung in Stall

Im gemütlichen Saal im Gemeindeamt Stall fand in Beisein des Bürgermeisters Peter Ebner die Präsentation der letzten sieben Kurzgeschichten statt. Anton Patschg moderierte den Abend, für das leibliche Wohl sorgten Christian Fercher und seine Familie & Freunde, und die Mädchen der Bläsergruppe der Trachtenkapelle Stall bewiesen ihr beachtliches musikalisches Können.

 

Der Abend startete und endete humorvoll: Nina Lichtenegger aus Bad Goisern las ihre Geistergeschichte von einem Friedhof in Aufruhr über das anliegende Krankenhaus und von dem wechselseitige Nutzen, der entstehen könnte. Danach erzählte Nicole Cavegn-Bernhard aus Großkirchheim in „Begegnung mit (m)ihr“ über einen Unternehmer, dessen emotionelle Entfernung von seiner wahren Ich keine nahen Beziehungen zulässt. Alexandra Leicht aus Bochum beschrieb in „Begegnung ohne Dich“ die Schockstarre einer Mutter nach dem Tod ihres Kindes – wirkungsvoll vorgelesen hat die Kurzgeschichte Angelika Bärenthaler. Wolfgang Machreich wiederum erzählte von der Konfrontation eines rechtschaffenden Pensionisten mit der Flüchtlingswelle – oder auch nicht. „Wem die Stunde schlägt“ von Arno Waßmann aus Sachsen entführte die Zuhörer unerwartet ins Reich der Fantasy und in ein Heiligenblut, das so einmal existieren hätte können. Nicole Kari und ihre Geschichte „Engel auf Erden“ über das Kind einer Alkoholikerin, das von einem Sozialarbeiter gerettet wird, brachten die Zuhörer wieder auf den Boden einer bestürzenden Realität. Die letzte Geschichte des Abend, „Scharmützel in der Mölltalleitn“ vom heimischen Autor Helmut Michael Kemmer, entließ jedoch die Zuschauer beschwingt aus dem Abend, im Wissen, dass Mölltaler ihre Herausforderungen immer erfolgreich bewältigen können, auch wenn es sich um eine Geiselnahme handelt.

 

 

(Fotos von Heidi Schober und Melitta Fitzer)